"Seehundbank" in Capbreton, September 2010, Samstag morgen. Im Hintergrund die Pyrenäen.
 Schritte

Im Line-up

 

Bisher haben wir uns im Weisswasser, also der gebrochenen Welle bewegt, wie die beiden Bodyboarder im Bild unten, links vorne. Damit Du grüne, ungebrochene Wellen anpaddeln kannst, musst Du also hinter die Brandungszone, ins Line-up. Also dorthin, wo sich auch die anderen Boarder und Surfer aufreihen um die Wellen anzupaddeln, wie im Bild klar zu erkennen.

 
 
Lektion 3: Ins Line-up paddeln

 

Breits am Strand kannst Du Dich orientieren, ob Du eine Stelle siehst, wo Du einfacher ins Line-up paddeln kannst. Also wo die Wellen weniger oder niedriger Brechen. Je nach dem wie die Sandbänke liegen bilden sich an manchen Orten Chanels. Hier fliesst vermehrt Wasser das den Strand überspült hat ab. Im Chanel brechen die Wellen weniger hoch und man kann allenfalls die Strömung nutzen, die einem leichter raus bringt.

 

Queren eines heftigen Shorbreaks

Je nach Bedingungen stellt sich Dir das grösste  Hinderniss direkt am Strand entgegen. Denn ein heftiger Shorbreak kann bei Flut auch mal 2 Meter hoch sein. Stehst du genau dort, wo die Welle mit 2 Metern Höhe auf den Strand klatscht, wirst du einfach weggeputzt.

Nur wenige Meter hinter der Impactzone kannst Du jedoch problemlos schwimmen, ohne dass Dich die Welle mitreisst. Also das Ende eines Sets (Folge von Wellen) abwarten. Dann mit dem zurücklaufenden Wasser  möglichst weit ins Wellental rennen und sofort mit Schwimmen beginnen. Kommt der nächste Brecher, hasst Du die Brandungszone bereits hinter Dir!

 

Queren von Schaumwalzen

Kleine Schaumwalzen durchpaddelst Du einfach. Damit Du besser über die Ausläufer der Wellen kommst, hältst Du das Brett so, dass die Nose ein Stück aus den Wasser schaut, so hast Du auch ein Spritzschutz gegen die Gischt.

Mit zunehmender Wellenhöhe kannst Du jedoch nicht mehr einfach durch die Wellen paddeln, da Du jedes mal wieder zurückgeworfen wirst, Du musst die Welle untertauchen (siehe Duckdive).

 

Queren von ungebrochenen Wellen

Solange die Welle ungebrochen ist, hebt und senkt sich zwar die Wasseroberfläche, aber das Wasser ist ruhig und fliesst nicht. Unabhängig von der Wellenhöhe kann man also normal schwimmen. Erst in der Lippe der Welle beginnt dass Wasser zu fliessen und schon bei mittlerer Wellenhöhe so stark, dass man nicht dagegen ankommt.

Es ist also Energiesparender, den Turbo einzulegen und eine nahende Welle noch ungebrochen zu kreuzen, statt allenfalls genau in der kollabierenden Welle zu landen oder zu "duckdiven".

Wenn Du den den Wellenkamm nur noch knapp erreicht hast und die Welle gerade bricht, kann es helfen, wenn du die Unterschenkel anziehst und die Flossen aus dem Wasser bringst. Es kann sonst sein, dass dich der sog der Lippe erwischt und Dich zurück in den Strudel zieht.

 

Duckdiven

Der "Ententaucher" ist ein Ausdruck, den Bodyboarder und Surfer gleichermassen verwenden. Beim Duckdive wird die Welle durch- respektive untertaucht.

Unmittelbar bevor Dich die Welle erreicht, richtest Du Dich auf dem Board auf und drückst mit gestreckten Armen die Nose weit unter Wasser. Sofort, in einer schnellen Bewegung ziehst Du Dich zum Board runter. In diesem Moment läuft die Welle über Dir durch und der Auftrieb des Boards bringt Dich wieder an die Oberfläche, wo Du nach Luft schnappen kannst. Du musst gleich weiter paddeln damit Du so schnell wie möglich aus der Impactzone kommst. Im Line-up hast Du dann Zeit Dich etwas zu erholen.

 
 
Im Bild siehst Du gleich zwei Personen, die die Welle untertauchen, es scheinen jedoch eher Bodysurfer zu sein, also ohne Board
 
Lektion 4: Regeln im Line-up

 

Im Wasser gibt es nur wenige "Verkehrsregeln" die es einzuhalten gilt, diese sind einfach und logisch:

 

1. Kommt Dir beim Rauspaddeln ein Boarder oder Surfer entgegen, musst Du in Richtung Weisswasser ausweichen.

Denn der entgegenkommende Surfer fährt vor der brechenden Welle in Richtung Grünwasser, im Bild oben gut zu sehen. Weichst Du in Richtung Weisswasser aus, werden sich Eure Wege nicht kreuzen.

 

2. Der Bodyboarder oder Surfer der näher am Weisswasser der brechenden Welle ist hat Vortritt und darf diese surfen.

Dass heisst jedoch nicht, dass nicht mehrere die Wellen anpaddeln dürfen, denn insbesondere Surfer brechen öfters ihre Starts wieder ab.

 

3. Kann man sich im letzten Moment zwischen das Weisswasser und den vortrittsberechtigten Wassersportler mogeln, hat dieser trotzdem Vortritt.