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| Vorwort | ||||||||||||||||
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Die Gezeiten: Flut und Ebbe
Ich stand mitten im Meer, als ich das Titelbild für diese Rubrik schoss! Nur war es gerade nicht da - Niedrigwasser.
Das Bild entstand in Büsum am Wattenmeer. Im Watt ist der Tidehub nicht besonders gross, um 3 Meter, aber die Auswirkungen können offensichtlicher nicht sein. Denn das Watt ist so Flach, das sich bei 3 m tieferem Wasserstand das Meer einige Kilometer, bis an den Horizont, von der eigentlichen Küstenlinie zurückzieht und eine riesige Fläche aus Schlick zurück lässt. Das Beispiel Wattenmeer illustriert den Gezeitenwechsel besonders gut, denn einmal ist das Meer da und dann wieder nicht. Wer eine Woche am Watt ist, wird feststellen, dass er vielleicht am ersten Tag am Nachmittag ein Bad im Meer genommen hat, nach wenigen Tagen zur gleichen Zeit ist jedoch Wattwandern angesagt! Warum dem so ist, kannst Du im untenstehenden Abschnitt "Warum gibt es Ebbe und Flut" nachlesen. |
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Sicherheit am Strand
Der maximale Tidehub hängt von der geografischen Lage und der Küstenform ab und ist somit an jedem Ort anders.
An der Dänischen Nordseeküste ist er nur um 1 Meter. In der Normandie gibt es Orte mit gegen 8 Metern.
Daher kann man in Dänemark problemlos und wie Ortsüblich das Auto am Strand parkieren und ins Wasser gehen. An Steilküsten, zum Beispiel in der Bretagne, solltest Du dich vergewissern, dass Du bei einsetzen der Flut den Strand überhaupt wieder verlassen kannst! Wenn Du zum Beispiel trockenen Fusses um eine Klippe herum in die nächste Bucht gelaufen bist und dort einpennst! |
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Es kann also gut sein, dass sich alle
Badegäste auf
einer Sandbank niedergelassen habe, die dann zwei Stunden Später
überflutet ist. Dumm, wenn du vom Bodyboarden zurück kommst und
Autoschlüssel und Geldbeutel sind weg. An bewachten Stränden in Frankreich
ist daher der Zeitpunkt von HW und NW am "Post de Secure" und an den
Türmen der Rettungsschwimmer angeschlagen.
Einfluss auf unser Surfrevier Somit hat der Wechsel des Wasserstandes auch direkten Einfluss auf unser Surfrevier. Bei Sandstränden (Engl. Beachbreack) brechen die Wellen auf hintereinander gestaffelten Sandbänken. Bei Niedrigwasser bricht die Welle auf der äussersten Sandbank. Bei steigender Flut bricht die Welle immer weniger. Bist Du dann draussen, zeigt Dir ein Blick Richtung Land, dass die Sandbank näher vom Strand zu laufen beginnt und Du zurück paddeln musst. |
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Bricht die Welle an einem Riff, läuft die eventuell nur bei einem ganz bestimmten Wasserstand. Zum Beispiel nur bei Hochwasser, weil das Riff bei Niedrigwasser trocken liegt oder umgekehrt nur bei Niedrigwasser weil das Riff sonst einige Meter unter Wasser liegt. |
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Warum gibt es Ebbe und Flut?
1. Gravitation des Mondes Objekte mit viel Masse ziehen sich gegenseitig an. So hält nicht nur die Erde unseren Mond in der Umlaufbahn, sondern auch die Mondanziehung wirkt auf Erde ein. Das Meer wird also vom Mond angezogen, auf der mondzugewandten Erdseite entsteht ein Flutberg.
2. Zentrifugalkraft System Mond, Erde Der Mond dreht sich genaugenommen nicht um das Erdzentrum, sondern Erde und Mond rotieren um den gemeinsamen Masseschwerpunkt (oranges Kreuz). Dieser liegt zwar noch in der Erde, aber deutlich Richtung Mond verschoben, etwa 4700 km neben dem Erdzentrum. Durch diese Rotation um den gemeinsamen Mittelpunkt entstehen Fliehkräfte. Am stärksten dort, wo die Entfernung zum Rotationszentrum mit ca. 11'000 km am grössten ist, also genau gegenüber vom Mond. Durch die Fliehkraft bildet sich also ein zweiter Flutberg, gegenüber dem ersten. |
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Bild 1: Springzeit. Mond und Sonne stehen auf einer Linie Die Abbildungen sind nicht Masstäblich und dienen nur der Illustration der Thematik. |
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3. Erddrehung Die Erde dreht sich innerhalb eines Tages einmal selbst um die eigene Achse, sozusagen unter den Flutbergen durch. Ein beliebiger Ort an einer Küste, nehmen wir wieder Büsum, trifft demzufolge innert einem Tag auf zwei Flutberge. Das Wasser läuft also zwei mal auf und zweimal ab.
4. Zeitverschiebung auf Grund des Mondumlaufs Nach 24 Stunden hat sich die Erde also einmal um die eigne Achse gedreht und Büsum ist wider am selben Ort. Aber der Mond ist auf seiner Bahn schon ein kleines Stück (ca. 13°) weiter, denn während eines Monates (genau 27.3 Tage) umrundet er einmal die Erde. Mit dem Mond sind natürlich auch die Flutberge etwas weitergewandert und um diese wieder einzuholen muss sich Büsum noch ungefähr 50 Minuten mit der Erde weiter drehen. So verschiebt sich der Zeitpunkt des Hoch- respektive Niedrigwassers um diese 50 Minuten.
5. Gravitation der Sonne Zusätzlich wirkt auch die Anziehung der Sonne auf das Wasser ein. Stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie, also bei Voll- und Neumond, bündeln sich die Kräfte und der Tidehub ist am stärksten: Springflut, Tidehub z.B. in Büsum 3.80 m. Natürlich ist auch das Niedrigwasser etwas tiefer. Steht die Sonne 90° zur Achse Mond-Erde kumulieren sich die Kräfte nicht und di Flutberge fallen kleiner aus. Die geringere Wassermenge der Flutberge hat einen höheren Wasserstand des Niedrigwassers zur Folge. Der Tidehub in Büsum zur Nippzeit 3 m, also 80 cm geringer. |
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Bild 2: Nippzeit. Der Mond steht senkrecht auf der Achse Sonne, Erde. Die Flutberge sind deshalb weniger hoch, das Niedrigwasser aber auch weniger tief. |
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